by
Griffin_92
17 Feb 2012





Official Tags
Dog (24,931)
German Language (3,677)
Gryphon (4,734)
Fantasy (19,414)
Story Series (24,881)
Other (7,338)
flight (504)




Stats
Posted 17 Feb 2012 22:46
Last edited 17 Feb 2012 23:07
808 views
7 faves
4 comments
4 votes




External Services

Social Networks

Erbe der Ahnen - Kapitel 4: Freiflug

#4 of Erbe der Ahnen

Erbe der Ahnen - Kapitel 4: Freiflug

Der Geschmack von frischem Blut ließ Marik erwachen. Das erste was er erkennen konnte war eine zarte Schäferhündin, die zusammengerollt neben ihm ihm Bett lag. Marik wollte lächeln, doch er konnte seine Lippen nicht mehr fühlen. Lediglich seine Mundwinkel gingen etwas nach oben. Er konnte etwas gold-gelbes in seinen inneren Augenwinkeln erkennen und hob seine Hände vor sein Gesicht um das komische Ding zu betasten.

Erschrocken sprang er auf, als er nicht seine Hände erkannte, sondern zwei sonderbare Pfoten. Marik hatte nicht die Möglichkeit sich auf seine neuen Pfoten zu konzentrieren, denn da er so spontan aus dem Bett und auf seine Hinterläufe gesprungen war, verlor er das Gleichgewicht und fiel nach hinten. Schmerzhaft landete er auf dem Boden und spürte wie ein Paar Gliedmaßen gequetscht wurden die er zuvor noch nicht hatte. Nun lag er auf dem Rücken, wobei links und rechts von ihm seine halb ausgebreiteten Flügel  den halben Boden bedeckten. Kimmy war durch den Lärm wach geworden und blickte überrascht und neugierig auf das am Boden liegende Wesen. 'Was ist das denn?' dachte sie sich und setzte sich auf.

"Marik? Bist du das noch?" fragte sie und legte den Kopf schief, wobei sie ein Ohr zur Seite fallen ließ. Marik wollte 'Ja' sagen, aber alles was er hervorbrachte waren kreischende Laute. So sehr er sich auch bemühte, er bekam kein Wort zustande, wesshalb er schließlich nur nickte, um Kimmys Frage zu beantworten.

Die Hündin sah immernoch auf ihn hinab und musterte ihn genau. Mariks Unterkörper war eindeutig als der eines Löwen zu erkennen, nur dass das Ende seines Schwanzes mit einem breit gefächerten Federkranz versehen war. Ebenso waren Mariks Voderläufe zum großteil die eines Löwen, doch seine Unterarme und Pfoten sahen wie eine Mischung aus Vogelklauen und Löwenpranken aus. Somit konnte er bestimmt gut rennen, aber dennoch kräftig und sicher zupacken.

Sein Kopf war der eines Raubvogels, mit silbrig-weißem Gefieder, welches mit vielen kurzen, schwarzen Federsträhnchen durchzogen war. Ebenso hatte er zwei spitze, flauschige, katzenartige Ohren die gerade erschrocken aufgestellt waren. An seinem Hals entlang befand sich ebenfalls Gefieder welches zur Brust hin immer dunkler wurden, bis es goldbraun war.
Kimmy bemerkte, dass Mariks Schnabel etwas blutverschmiert war und auch auf dem Kissen, auf welchem er gelegen hatte, Blut war. Ein paar weiße Steinchen schienen auch in dem roten Fleck zu liegen, aber schnell war klar, dass es sich um menschliche Zähne handelte.


***


Marik hatte sich wieder gesammelt und aufgerappelt. Kimmy sprang vom bett und setzte sich neben Marik, der nun endlich stand. Er war sichtlich größer als sie, und wohl auch ein kleines bisschen größer als Hektor. Nur an Leo würde er nicht heran kommen.
Noch etwas unsicher stand Marik auf seinen vier Pfoten. Er versuchte seine Flügel zu koordinieren und bewegte und streckte sie etwas, wobei er die gegenüberliegenden Zimmerwände mit den seinen Flügelspitzen berüherte. Nachdem er sie genau spürte und sie gezielt bewegen konnte, legte er seine Flügel an seinen Körper an. So nahmen sie keinen Platz weg und Marik konnte sich frei bewegen.

"Komm, wir suchen Hektor. Du wirst jetzt bestimmt erstmal untersucht werden und wirst dein Halsband mit dem Sprachgerät bekommen." sagte ihm Kimmy und stupste Marik etwas an, damit dieser los ging. Sie gingen beide langsam nebeneinander her, wobei Marik gelegentlich noch über seine eigenen Pfoten stolperte.

Kimmy führte Marik immer weiter, bis sie vor einer Tür standen die keine Klinke hatte. Es gab nur zwei große Druckschalter, die mit Pfoten leichter zu bedienen waren. Kimmy drückte auf einen der Knöpfe und setzte sich wartend hin. Es dauerte eine Weile, bis die Tür seitlich aufglitt und ein Dobermann heraustrat.

Hektors kurzes dichtes Fell war etwas zerzaust und er schien einen Wunde am rechten Vorderbein zu haben, die ihn etwas humpeln ließ.
"Wehe es ist nicht wichtig." sagte er grimmig und stelle plötzlich überrascht seine Ohren auf, als er das Wesen neben Kimmy sah. "Wer ist das?" fragte er und schnüffelte in der Luft. "Marik?" fragte er verblüfft. "Ja, er hat sich diese Nacht komplett verwandelt. Bei mir hat es über eine Woche gedauert, bis ich diese Phase hinter mir hatte und bei ihm dauert es nur drei Tage. Was haben die ihm gegeben?" fragte Kimmy, auch wenn sie wusste, dass Hektor darauf keine Antwort wusste.

Marik überragte Hektor wirklich um ein paar Zentimeter, und sah den Hund etwas hilfesuchend an.
"Kimmy, für dich fällt das Essen heute aus." sagte der Dobermann mürrisch.
"Was, aber wieso?" protestierte sie und sah Hektor beleidigt an.
"Damit du es endlich lernst, denn du weißt genau, dass jeder in seinem eigenem Zimmer zu schlafen hat. Marik du kommst mit. Das Beste wird sein, wir bringen dich gleich zur Untersuchung." sagte Hektor grimmig. Marik schüttelte den Kopf, denn er wollte sich nicht irgendwelchen Untersuchungen unterziehen. Die Erinnerungen an das Erwachen im Labor waren noch zu deutlich.

"Hör zu. Entweder du kommst freiwillig mit und erträgst es, oder du wirst betäubt und kriegst nichts, von dem was mit dir gemacht wird, mit. Es ist deine Entscheidung, aber untersucht wirst du so oder so." sagte Hektor und ging leicht humpelnd voran.
"Ich geh dann mal. Viel Glück." wünschte Kimmy Marik und ließ ihn und Hektor allein während sie mit hängenden Ohren weg ging.


***


"Ich habe dir gesagt du sollst bei ihr vorsichtig sein, Marik. Kimmy verstößt oft gegegn die Regeln und bringt sich gerne in Schwierigkeiten." ermahnte Hektor ihn. Der Dobermann fürte Marik über einen Innenhof zu einem der Nebengebäude, vor dem ein Wachmann stand. Hektor legte ihm sein Anliegen vor und setzte sich, um zu warten, bis der Wachmann bescheid gegeben hatte. Marik ließ sich neben Hektor nieder und starrte auf dessen Wunde. Das entging Hektor nicht und er bemerkte auch Mariks fragenden Blick.

"Keine Panik, das war nur eine kleine Unachtsamkeit von mir. Das ist heute Abend wieder verheilt." sagte er und seine Sitzhaltung versteifte sich etwas, so als ob er sich nicht anmerken lassen wollte, das die Verletzung schmerzte. Marik legte den Kopf schief und gab einen verwirrten Kreischlaut von sich. "Das Serum hat einige Nebenwirkungen, die aber nicht unangenehm sind. Es bewirkt, dass unsere Zellen sich schneller teilen können. Verletzungen, die bei Menschen ein paar Tage oder Wochen zum verheilen brauchen, können wir in einigen Stunden auskurieren." erklärte Hektor und stand wieder auf, als ein halbes Duzend Wachmänner aus dem Gebäude kamen. Marik erinnerte sich, dass die Schulterwunde, welche Hektor ihm versehentlich zugefügt hatte, am folgenden Morgen bereits verschwunden war.

Die Wachen umstellten Marik, was ihm etwas Angst machte und er instinktiv seinen Schwanz leicht zwischen die Beine klemmte und seine Ohren anlegte. "Seid behutsam mit ihm." wies Hektor die Männer an. Einer von ihnen nickte dem Hund zu und gab Marik zu verstehen, dass er ihnen folgen solle.


***


In dem Gang, durch welchen Marik geführt wurde, fühlte er sich sehr eingeengt und rieb unruhig seine Flügel an seinem Rücken. Am Ende des Flures befand sich eine offen stehende Flügeltür durch welche er geleitet wurde. Marik fand sich in einem großen Raum wieder, in dem sich sonderbare Gerätschaften befanden. Er erkannte eine Art großes Laufband, das wohl für Pferde und ähnlich große Tiere gebaut worden war. An einer Seite waren Apparaturen mit Gewichtscheiben aufgebaut, und auf der anderen Seite befanden sich einige elektronische Gerätschaften, deren Sinn Marik nicht abschätzen konnte. An der Hinteren Wand befand sich eine weiße Tür und ein Innenfenster durch welches man in das Labor dahinter blicken konnte. Eine schlanke, blonde Frau in weißem Arztkittel kam aus dem Laboratorium und ging geradewegs auf Marik zu. Die sechs Wachleute machten ihr Platz und verteilten sich im Raum.

"Guten Morgen Marik. Ich bin Doktor Valeria und zuständig für deine medizinische Untersuchung." sagte sie freundlich und lächelte ihn an. Marik nickte ihr zu, aber er beobachtete argwöhnisch die Wachleute. "Komm bitte mit. Wir müssen ein paar Untersuchungen durchführen um deine Gesundheit zu testen. Es tut nicht weh. Wir fangen mit dem Hörtest an, komm bitte hier herüber." sagte sie und wies auf eine der Maschienen.

Marik setzte sich neben den Apparat und Doktor Valeria setzte ihm vorsichtig ein Paar Kopfhörer auf. "Wenn du etwas hörst, dann heb bitte eine Pfote." sagte sieh ihm und schaltete das Gerät ein. Schon nach wenigen Sekunden nahm Marik ein leises schrilles Geräusch an seinem rechten Ohr war. Er kreischte leise und hob seine Pfote. Den ganzen Vorgang wiederholten sie noch drei Mal, wobei auch sein anderes Ohr getestet wurde. Als nächstes wurde ein Sehtest gemacht, bei dem Marik extrem gut Abschnitt.

Doktor Valeria war ausgesprochen freundlich und höflich. Sie gab Marik keine harten Befehle sondern bat ihn immer freundlich zu den nächsten Testgeräten zu gehen, wenn sie eine Untersuchung abgeschlossen hatten. Marik wurde zudem noch gewogen und gründlich vermessen. Doktor Valeria musste das Metermaß bei jedem von Mariks Flügeln ganze drei mal ansetzen, bis sie seine Spannweite notieren konnte. Auf dem Laufband wurden an Mariks Brust einige Sensorpads angeschlossen. Doktor Valeria strich ihm hierfür über die Brust und schob das weiche Gefieder etwas zur Seite um eine gute Kontaktfläche zu erhalten. Marik genoss diese Art der Berührung sehr, und begann unbewusst zu schnurren.

"Das gefällt dir wohl sehr?" fragte Doktor Valeria und streichelte Mariks Hals und kraulte ihn etwas hinter den Ohren. Nach dem Ausdauertest musste sich Marik noch einer letzten Prozedur unterziehen. Er sollte sich entspannet hinstellen und aus dem Fenster sehen. Marik tat wie ihm gesagt wurde und war auf das was dann kam überhaupt nicht Vorbereitet. Er fragte sich lediglich wesshalb die Wachleute so schadenfroh grinsten und kicherten. Im nächsten Moment fühlte er wie eine kühle in Latexhandschuhe gehüllte Hand unter seinen Schweif fuhr und seine Hoden ergriff. Mariks Augen weiteten sich und er ließ schlagartig seine Ohren hängen, als ihm klar wurde was gleich passieren würde.

Er war froh gewesen, dass er der Militärmusterung entgangen war und diesen unangenehmen medizinischen Teil nicht über sich ergehen lassen musste.  Aber dieses Mal schien er nicht darum herum zu kommen. Auch konnte er sicht Doktor Valerias Griff nicht mehr entziehen, ohne sich dabei selbst Schmerzen zu bereiten.
"Schweif hoch." war ihre knappe Anweisung und Marik ließ beschämt den Kopf hängen während er lansam seinen Schwanz anhob. "Wir bringen das hier so schnell wie möglich hinter uns." waren ihre letzten Worte, bevor sie mit der Untersuchung fort fuhr.


***


Etwas beklemmt kam Marik aus der medizinischen Abteilung und machte sich auf den Weg zum Speisesaal. Doktor Valeria hatte ihm zuletzt noch ein Halsband  mit einem Stimmdecoder angelegt, damit er sich wieder verständigen konnte. Dieses war, im Gegensatz zu denen der anderen, nicht schwarz, sondern weiß und hob sich somit kaum von seinem hellen Halsgefieder ab. Als Marik in den Speisesaal eintrat sah er Hektor und Leo, die jeweils vor einem Napf standen und ruhig fraßen. Adria hing wieder an der Deckenstange, wobei sich sich nur mit einem Fuß festklammerte und mit dem anderen ihren Napf festhielt.

"Guten Morgen." Sagte Marik zu allen und schritt langsam zu dem noch freien Futterbehälter. Leo hatte aufgehört zu fressen und starrte Marik überrascht an. Eine Sekunde später hörte man, wie ein Fleischstückchen von der Decker herab viel und es mit einem matschigen Geräusch auf dem Boden aufschlug. Auch Adria starrte Marik mit offenem Maul an und hatte dabei ihr Essen fallen gelassen. Das Frühstück war nicht annähernd so lecker, wie das des Vortages, aber es war gut und sättigte ihn ausreichend. Da er keine Zähne mehr hatte, konnte Marik nicht kauen, sondern riss immer wieder kleine Stückchen heraus und schlang sie hinunter. Den Letzten großen Fleischbrocken ließ er aber unangetastet, denn den wollte er für Kimmy aufheben, da sie ihm Gesellschaft geleistet hatte.

"Nun Marik, was hat Doktor Valeria gesagt?" fragte Hektor und setzte sich neben ihn.
"Sie hat gesagt ich sei völlig gesund, aber auch, dass ich keiner noch lebenden Spezies entspreche. Anscheinend bin ich eine Mischung aus Löwe und Raubvogel. Sie hat etwas nachgeforscht und einen Hinweis in der griechischen Mythologie gefunden. Scheinbar bin ich jetzt ein Greif. Es fühlt sich alles noch etwas fremd an, aber doch irgendwie gut." erklärte Marik und streckte dabei seine Flügel etwas aus.

"Heißt das, dass du auch fliegen kannst?" fragte Adria aufgeregt und flatterte sanft zu Boden. Darüber hatte Marik noch gar nicht nachgedacht. Er hatte Flügel, aber er wusste nicht wirklich wie er sie einsetzten musste.
"Naja, ich glaube im Grunde spricht nichts dagegen, aber ich kann es noch nicht." sagte Marik zu ihr, wobei sie zu grinsen begann.
"Glaub mir du kannst. Du hast Flügel, also liegt es dir im Blut zu fliegen." sagte sie freudig und krabbelte in Richtung Ausgang. "Komm schon ich zeig dir wie es geht."


***


Marik folgte Adria nach draußen und ging mit ihr ein Stuck über die weite Wiese. Auf einem kleinen Hügel blieben sie stehen und Marik spürte wie der Wind durch sein Gefieder strich.
"Wir fangen ganz einfach an. Das Beste ist, du breitest deine Flügel gegen den Wind aus. Du musst fühlen wie sich die Luft unter deinen Schwingen verfängt und dennoch um sie herum strömt."  sagte Adria und breitete ihre Flügel aus. Sofort erkannte man wie sie ihre pergamentartigen Flughäute aufspannten. Marik versuchte es auch und  er fand schnell die Flügelstellung die sich irgendwie richtig anfühlte.

"Lauf den Hügel runter und schlag etwas mit deinen Flügeln. Du musst zuerst den Gleitflug lernen." sagte Adria und flatterte in die Luft. Als sie etwa fünf Meter über dem Boden war, hörte sie auf mit den Flügeln zuschlagen und segelte den Hügel hinab. Am Fuße des Hügels landete sie geschmeidig und blickte hinauf zu Marik.
'Sieht gar nicht so schwer aus.' dachte er sich und begann los zu laufen. Er wurde immer schneller und spürte, wie die Luft um seine Flügel strömte und ihn erleichterte. Mit einem leichten Sprung und ein paar Flügelschlägen fand sich Marik einige Meter über dem Boden wieder. Er breitete seine Flügel so aus wie er es bei Adria beobachtet hatte und steuerte seine Flugbahn instinktiv mit seiner federbesetzten Schwanzspitze. Schnell segelte er auf die Fledermaus zu, als ihn plötzlich ein erschreckender Gedanke befiel. Wie sollte er landen?

Er glitt immerhin etwa sechs Meter in der Luft und ein Absturz würde bestimmt unangenehm werden. Völlig verunsichert und panisch darüber was er jetzt machen sollte, achtete Marik nicht mehr auf seine Flügelstellung. Das flaue Gefühl des freien Falls machte sich in seiner Magengegend breit, als die Luftströmung unter seinen Flügeln abriss und ihn nicht mehr trug.
Marik schlug hart auf der Wiese auf und rutschte mehrere Meter weit, wobei er unmengen an Gras aufwirbelte, bis er schließlich liegen blieb. Nur wenige Sekunden danach landete Adria mit besorgtem Blick neben Marik.

"Marik, ist alles in Ordnung? Geht es dir gut?" fragte sie aufgewühlt und stupste Marik immer wieder an. Dieser schüttelte benommen seinen Kopf und sah sich orientierungslos um. Alles schieb sich etwas zu drehen, so als ob er auf einem viel zu schnellen Karussel mitgefahren währe. Er erkannte Adria, die ihn besorgt ansah und ihm helfen wollte aufzustehen.
"Vielleicht hättest du mir erst erklären sollen wie man landet." meinte Marik und rappelte sich wieder auf. Seine Gliedmaßen fühlten sich noch etwas geprellt an, aber er hatte sich scheinbar nicht ernsthaft verletzt.


***


Den Rest des Vormittag und des frühen Nachmittag verbrachte Marik damit, unter Anleitung durch Adria, seine Flugfertigkeit zu verbessern. Nachdem er schließlich ein Gespür für die Luftstömungen entwickelt hatte und sicher starten und landen konnte, traute er sich immer höher hinaus. Marik wurde immer risikofreudiger und er merkte schnell, dass es teilweise sicherer war höher zu fliegen, da man dann, für den Fall das man einen Fehler gemacht hatte, mehr Zeit besaß, um sich wieder zu sichern.

Langsam wollte Marik seine Grenzen austesten und schwang sich nach einem erfolgreichen Start immer höher in die Luft. Er befand sich etwa einen Kilometer über dem Boden und war von der Aussicht und dem Gefühl der absoluten Freiheit überwältigt.
Weit unter sich erkannte er den sichelförmigen See in dem Kurt lebte. Gelegentlich sah Mariks die Rückenflosse des Orcas auftauchen und dann wieder verschwinden. Die Ruhe und Stille klärten Mariks Kopf, von den ganzen Strapatzen der letzten Tage. Entspannt schloss er die Augen und genoss den Wind der durch sein Gefieder strich, während er lautlos durch die Luft segelte.
Die Aufsteigende Luftströmung in der er sich befand, und die ihn ohne sein zutun hoch am Himmel hielt, wurde langsam schwächer und so musste Marik bald leicht mit den Flügeln schlagen um nicht an Höhe zu verlieren. Sehr schnell überkam Marik eine gewagte Idee. Er sah hinunter um sicher zu gehen, dass er noch immer über dem See schwebte und zog plötzlich seine Flügel an.

Im Sturzflug jagte Marik nach unten, mit dem Kopf voran und angelegten Ohren und Gliedmaßen um möglichst schnell zu werden. Die Geschwindigkeit berauschte ihn. Er wurde immer schneller und sein Adrenalinspiegel schoss in die Höhe. Die Wasseroberfläche kam immer näher und erst jetzt bemerkte Marik, dass er viel zu schnell war. Die vorbeirauschende Luft drückte so stark auf einen Körper, dass er seine Flügel nicht mehr augestreckt konnte. Nur noch knapp einhundet Meter trennten ihn von der Wasseroberfläche, welche bei diesem Tempo hart wie Stein sein würde.

Immer näher kam Marik der bläulich schimmernden Oberfläche und mit letzter Mühe und einem leicht Schmerz behafteten Schrei, schaffte er es seine Schwingen auszubreiten. Die Luft zerrte so sehr an seinen Flügeln, dass Marik glaubte sie würdem ihm ausgerissen. Im letzten Moment konnte er seine Flugbahn umlenken und schoss nun, mit kaum zu kontrolierender Geschwindigkeit, über die Wasseroberfläche.
Allmählich wurde Marik langsamer und erreichte eine ruhige Fluggeschwindigkeit. Langsam sank er tiefer und streckte seiner Vorderpfoten aus, sodass sie leicht durchs Wasser glitten. Nachdem er den See hinter sich gelassen hatte, flog Marik, flach über die Wiesen, auf den größeren Waldabschnitt auf dem Gelände zu.


***


Sanft landete Marik am Waldrand und legte seinen schmerzenden Flügel an. Er spürte, dass er es übertrieben hatte und wollte lieber zurück laufen. Er wusste, dass der schnellste Weg zurück zum Haupgebäude durch diesen Waldabschnitt führte.

Langsam durchstreifte er das Unterholz und war überrascht, dass sich niemand die Mühe machte umgefallene und tote Bäume zu berseitigen. Der Wald wurde immer dichter und dennoch konnte Marik ein ganzes Stück vor ihm etwas mehr Sonnenlicht erkennen.
Marik stand am Rand einer Lichtung, deren Gras, aufgrund der umliegenden Bäume, nicht sehr hoch war. Es war ein sehr geschütztes und ruhiges Plätzchen und so fasste Marik den beschluss doch noch nicht zurück zu gehen, sondern sich hier noch etwas auszuruhen. Doch gerade als er weiter gehen wollte vernahm er einen süßlichen und anregenden Duft. Es war der selbe Duft den er schon die ganze Nacht über in der Nase hatte.

Marik sprang an einen großen Baum und kletterte so zügig wie möglich an ihm hinauf. Seine Krallen waren hierbei eine große Hilfe. Von dort Oben konnte er die gesamte Lichtung überblicken und war dennoch durch das Blätterdach weitgehend verborgen.
Mitten auf der Lichtung erkannte er die Quelle dessen was er gewittert hatte. Kimmy lag dort auf dem Rücken im Gras und sonnte sich. Marik spürte das verlangen zu ihr zu gehen und sich neben sie zu legen, aber er wollte sie auf keinen Fall stören. So blieb er ruhig auf dem Ast liegen und verbarg sich weiterhin unter den Blättern und im Zwielicht der Baumkrone.
Mariks Aufmerksamkeit richtete sich aber bald auf eine große Gestallt, welche am anderen Ende der Lichtung entlangschlich. Er erkannte einen goldene Mähne und bald darauf war er sich sicher wer dort herumschlich. Langsam pirschte sich Leo an die schlafende Hündin an und Marik wusste nicht, was er davon halten sollte. Er beschloss erst einmal abzuwarten und zu beobachten was sich dort abspielen würde.
___________________________________________________________

Ende - Kapitel 4

Fortsetzung folg...

Titel - Kapitel 5: Unerwartete Ereignisse



Wulfila Menaskad 2 years ago 0
Ach ja, ich hoffe, ich krieg das auch bald hin, aus Menschen Anthros zu machen...
Makuta 2 years ago 0
ja ein Greif sehr schön ^^ und wie immer bin ich gespannt wie es weitergeht :)
BadPuppy 2 years ago 0
hrhr :D awww ist das toll gemacht *wedel* liest sich superschön :3
Schattendrache 2 years ago 0
sehr schön, da werde ich nicht mehr davon loskommen, ich finde den Greif hast du 1a beschrieben ;) Mach weiter so!